Nachdem die Erweiterung "Desert of Flames" ja jetzt nun schon ein paar Monate auf dem Markt ist, und somit viele Leute das neue Maximallevel 60 erreicht haben, dachten sich ein paar versprengte Ritter, das sie einigen Gegnern in den alten Zonen des Spieles die letzte Ehre erweisen könnten.
Da es natürlich keine ausschweifendere Ehrerbietung gibt, als den Kopf vom Rumpf eines solchen Gegners abzutrennen, achtete der illustre Haufen selbstverständlich geflissentlich darauf, das die Äxte, Schwerter und Holzkeulen - ja, auch die Holzkeulen - adequat geschärft und für den Blingbling-Effekt mit jeder Menge Glitzerstaub (jetzt neu in den Farben ultraviolett und infrarot) verziert waren.
Zusammen mit den Mitgliedern einiger anderer Gilden machte sich also ein recht schlagkräftiger Trupp bestehend aus etwa 13 1/2 Leuten (Zwerge zählen nur halb) und einer Ratte mit voll der dekadenten Rüstung auf den Weg zum altbekannten Orakelturm nach Antonica - der Ausflug auf die Insel der Zuflucht hat dann in etwa auch 0 Sekunden gedauert, da der bunte Haufen leider nicht reinzonen konnte. Oder Darathar war einfach nicht zu Hause und hatte abgeschlossen. So genau wissen das wohl nur die Gamemaster bzw. die Designer des Spiels.
Um den Kreislauf ein wenig auf Trab zu bringen, entschied sich die Gruppe dafür, dem guten Gottkönig Anuk einen Besuch abzustatten - die Schrumpelbirne, seines Zeichens so eine Art Endmob der neuen Erweiterung "Desert of Flames", ließ den recht kompakten Raid dann auch mehrere dutzend ... ach was sag ich: HUNDERTE ... male gegen eine Wand aus Verbandsmull, Gnollen und noch größeren Gnollen anlaufen, bevor er nach unzähligen Wipes schließlich beim zweiten Anlauf gelegt werden konnte. Unbestätigten Gerüchten zur Folge lebt Anuk nach dieser schmerzhaften Niederlage nun inkognito bei der Mumienschutzorganisation META, wo er sich unter seinem Decknamen Michael J. in erster Linie damit beschäftigt, sich selbst bei Gesprächen von außen zu beobachten.
Weiter ging es zu Lady Vox, aufgekochtes Hühnchen und verstorbene Geliebte des mächtigen Drachen Lord Nagafen, die aufgrund ihrer hervorquillenden Augen zunächst einmal Probleme hatte, zu registrieren das da gerade irgendwelche Leute mit irgendwelchen spitzen und stumpfen Dingen an irgendwelchen Körperstellen rumpieksten. Als sie es schließlich doch registrierte, wurde ihr dann auch sofort klar das sie eh schon verstorben ist, was wiederum dazu führte das sie einfach nochmal verstarb um der Theorie rekursiver Tode des berühmten Gnoms Mock Tinklespock einen gewissen Nachdruck zu verleihen.
Gerüchten zufolge hat Lady Vox im Anschluss Unterschlupf bei der Organisation ETA gesucht, wo sie bis heute stets damit beschäftigt ist, allerlei Restdauern abzuschätzen, die politische Legitimation für Partnerschaften zwischen Drachen und aufgekochten Hühnchen zu propagieren, und selbstverständlich weiterhin die Theorie Prof. Tinklespocks nachzuvollziehen. Lady Vox wurde für ihre Selbstaufopferung im Dienste der Wissenschaft zuletzt mit den Titeln "Slayer of Dragons" sowie "Slayer of Vox" ausgezeichnet.
Auch der epische Angler in den Donnersteppen wollte unbedingt noch umgenietet werden. Leider machte dem Raubzug der Server einen Strich durch die Rechnung, sodass der Raid irgendwie aufgeteilt wurde und sich die nun voneinander getrennten Personen in ausufernden Lagerfeuersessions vom epischen Angler seine Lebensgeschichte anhören mussten.
Es wurde jedoch schnell klar, das er in der Vergangenheit ziemlich oft ziemlich heftig einen auf die Mütze bekommen zu haben scheint, da er der festen Überzeugung war, das Produkt einer unanständigen Annäherung zwischen einer Bowlingkugel sowie einem gallertartigen Würfel (auch in den Geschmacksrichtungen Krabbe und Erbrochenem erhältlich) zu sein. Natürlich setzten die Mitglieder der Gruppe ihre überragenden psychologischen Talente ein, um den epischen Angler vorsichtig wieder in die Realität zurückzuholen - leider verstarb er bei diesem Versuch. Die Obduktion ergab, das ihm wohl ein Amboss auf den Kopf gefallen zu sein scheint. Ich wars nicht ...
Gerüchten zufolge steht der epische Angler nun in einem Vertragsverhältnis mit der Organisation TETA, und versucht eine Diskussion über Tote und Untote und deren Selbstdarstellung in den Medien anzuregen.
So langsam aber sicher war nach dem Besuch beim Angler dann aber auch schluss - der Raid löste sich auf und alle kehrten soweit nach Hause zurück. Wobei da ja noch Darathar war ...
Einer handvoll mutiger Ritter war es doch noch vergönnt, auf die Insel der Zuflucht zurückzukehren um der Riesenechse persönlich die Hand/Pfote zu schütteln. Darathar zeigte sich freudig erregt über den unerwarteten Besuch, bot Tee und Kekse an und flirtetete hemmungslos und in aufreizender Art und Weise mit den Anwesenden - es war ihm deutlich anzumerken, dass ihm zwischen all den Drakotas und Leichen eine Partnerin an seiner Seite fehlte. Das prismatische Ei an seiner Seite mag unter Umständen für eine Weile zwar einen gewissen Ersatz für diese Diskrepanz dargestellt haben, allerdings schienen - Darathars Erzählungen zufolge - die Konversationen recht einseitig zu verlaufen.
Da der Alkoholkonsum im Laufe der Zeit natürlich nicht weniger wurde, legte der Drache schließlich seine gesamte Lebensgeschichte dar, bevor er dem Trupp mutiger Ritter schließlich freiwillig seinen Kopf übergab, da er hiervon sowieso noch einige in Reserve hatte. So unauffällig wie es ging - in Anbetracht einer Schulterhöhe von etwa 15 Metern und einem Gewicht im Bereich mehrerer Tonnen - schmuggelte Darathar schließlich noch kleine Zettel in die Taschen der Anwesenden, auf denen neben seiner Rufnummer einige Dinge niedergeschrieben waren, die an dieser Stelle nicht unbedingt erwähnt werden müssen, bevor er sich mit einem Zwinkern verabschiedete.
Neuesten Informationen zur Folge befindet sich Darathar nach wie vor auf der Insel der Zuflucht, wo er für interessierte Touristen Rundreisen anbietet bevor er sie in 75, 50 und 25% aller Fälle verspeist.
Der Abend war nach diesem Besuch natürlich langsam aber sicher gelaufen, und so zogen sich die verbleibenden Ritter in die beeindruckende Gildenhalle zurück, die voraussichtlich 2008 ihren Weg in das Spiel gefunden haben wird.
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